In diesem Kontext liegt das Projekt „Determinanten von Entscheidungen zur Versicherung von Schäden aus Naturkatastrophen“ eingebettet. Ziel des Projektes ist es, die Vorsorge- bzw. die Versicherungsbereitschaft der Haushalte bei Katastrophenrisiken zu untersuchen, um eine Grundlage für den Entwurf risikopolitischer Vorsorge- und Anpassungsstrategien zu schaffen. Dahinter steht die Erkenntnis, dass eine privat finanzierte Schadenvorsorge, wie z. B. durch Versicherung, eine effiziente und damit gesellschaftlich wünschenswerte Anpassungsstrategie ist. Eine privat finanzierte Schadenvorsorge reduziert durch die zügige Regulierung der Schäden die Folgekosten, die nach Katastrophenschäden in der Regel aufgrund von Finanzierungsengpässen auftreten. Zudem entstehen durch die private Schadenvorsorge finanzielle Anreize, die Schadenhöhe möglichst gering zu halten.
In Deutschland ist die private Schadenvorsorge bei Katastrophenrisiken relativ gering, insbesondere bei Überschwemmungsrisiken. Bundesweit sind derzeit etwa 10% der privaten Haushalte gegen dieses Risiko versichert. Angesichts der zunehmenden Entwicklung der Risiken aus Naturkatastrophen müssen Wege gefunden werden, die Vorsorge- und Versicherungsbereitschaft der Bevölkerung zu erhöhen, um die Gesellschaft an die sich stark ändernde Gefahrenlage anzupassen.
Das Projekt „Determinanten von Entscheidungen zur Versicherung von Schäden aus Naturkatastrophen“ wird im Rahmen des Graduiertenkollegs „Naturkatastrophen“ am Lehrstuhl für Versicherungswissenschaft der Universität Karlsruhe (TH) durchgeführt. Das Graduiertenkolleg „Naturkatastrophen" ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Universität Karlsruhe (TH) finanziertes interdisziplinäres Forschungsprogramm, um umfassende Lösungsansätze zur Minimierung der Schäden aus Naturkatastrophen zu erforschen.
Bearbeiter: Dipl.-Vw. Ferdinand Zahn
Betreuerin: Prof. Dr. Ute Werner